Ölziehen leicht gemacht – natürlich das Zahnfleisch stärken

Ölige Mundspülungen pflegen das Zahnfleisch und sorgen für eine ausgewogene Mundgesundheit. Bei Zahnfleischbluten, Mundgeruch oder rissigen Lippen hat sich das ayurvedische Ölziehen bewährt. Wir zeigen dir, welche Öle sich am besten eignen und wie du vorgehen musst, damit dein Mund in neuem Glanz erstrahlt.

Mit Ayurveda in den Tag starten: Das Ölziehen ist ein einfaches Hausmittel zur optimalen Mundhygiene und zur Stärkung der Abwehrkräfte. Man nimmt eine kleine Menge Öl in den Mund, schiebt und presst es während einigen Minuten durch die Zahnzwischenräume und spuckt das Öl dann aus.

Gut gegen Zahnfleischbluten

Im Ayurveda empfiehlt man das Ölziehen zur Stärkung des Zahnfleisches, gegen Mundgeruch, Zahnfleischbluten und Zahnfleisch-Entzündungen. Indem das Öl jede Ritze des Mundes durchspült, lösen sich krankmachende Bakterien, die auf der Zunge, in den Zahnzwischenräumen oder in den Zahnfleischtaschen sitzen. Denn wie der Darm, ist auch der Mund mit einer Bakterienflora besiedelt, die unsere Gesundheit wesentlich beeinflusst.

Wer regelmässig morgens nach dem Aufstehen eine Ölziehkur macht, entgiftet über die Mundschleimhaut den gesamten Organismus. Zudem hält es die Schleimhaut geschmeidig und feucht, was wiederum ein Eindringen von Bakterien vermindert, da sich diese auf trockenen Schleimhäuten besser niederlassen können. Da der Speichelfluss über Nacht abnimmt, befinden sich morgens viele Bakterien auf der Zunge und am Zahnfleisch. Im Ayurveda startet man den Tag deshalb mit der Zungenreinigung mittels Zungenschaber und spült danach den Mund mit Öl.

Beim Öl nur die beste Qualität

Traditionell verwendet man zum Öl­ziehen Sesamöl. Es geht aber auch mit einem biologischen Sonnenblumen-, Kokos-, oder einem milden Olivenöl. Diese Öle wirken jedoch nicht so stark entgiftend wie das Sesamöl und man sollte sie etwas länger im Mund behalten. Sesamöl gewinnt man aus den Samen des indischen Sesams. Es wird nach dem Pressvorgang gereift. Das heisst, man erhitzt es auf ca. 100 Grad. Dadurch kann das Öl besser in die Haut eindringen und dort seine Wirkung entfalten.

Ölziehen leicht gemacht – so geht’s

1. Zungenreinigung mit Zungenschaber

Gleich nach dem Aufstehen sollte man den Belag auf der Zunge mit einem Zungenschaber entfernen. Dadurch beseitigt man Bakterien aus dem Mund und gibt einen sanften Reiz auf die Zungenoberfläche. Mit dem Zungenschaber stimuliert man indirekt sämtliche Körperorgane, die Geschmackswahrnehmung wird gefördert und Mundgeruch reduziert.

2. Ölziehen – spülen, ziehen, saugen, schlürfen

Das Bio-Sesamöl wird 15 bis 20 Minuten im Mund hin und her gezogen – schlürfend und saugend durch die Zähne gespühlt. Man sollte darauf achten, dass nichts von der Flüssigkeit verschluckt wird. Prothesenträger sollten diese nicht einsetzen bzw. vor der Anwendung herausnehmen. Übrigens: Als Ergänzung bei Parodontitis, Infektionen und Pilzproblemen kann man dem Öl einen Tropfen Grapefruitkernextrakt hinzufügen.

3. Öl ausspucken

Die Öl-Speichel-Mischung verfärbt sich gegen Ende weiss und wird dünnflüssiger. Sie sollte nicht ins Abwasser gelangen, weil das Öl mit Toxinen, Bakterien und je nach Zahnfüllung Spuren von Amalgam angereichert ist. Das Öl am besten in ein Kosmetiktuch spucken und in den Müll werfen. Danach den Mund mehrmals mit warmem Wasser spülen.

4. Zähne putzen

Jetzt kann man wie gewohnt gründlich die Zähne putzen, am besten mit einer ayurvedischen Zahnpasta. Bei entzündetem Zahnfleisch oder Pilzinfektionen kann die Zahnbürste mit einem Tropfen Teebaumöl desinfiziert werden.

Weiter Information und Tipps rund um das Thema Ölziehen? Wir beraten dich gerne dazu bei deinem nächsten Besuch in unserer Apotheke.

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Andrea Jenzer