Wacholder: Knospen und Beeren mit reinigender Kraft

Wacholder: Knospen und Beeren mit reinigender Kraft

Der Wacholder (Juniperus communis) ist das am weitesten verbreitete Nadelgehölz der Welt, denn er ist anspruchslos, verträgt sowohl Kälte als auch Hitze und passt sich flexibel seinem Standort an. Mal wächst er kriechend zu einem Strauch, mal aufrecht zu einem Baum, wobei er bis zu 18,5 Metern Höhe erreicht. Sehr alt werden kann das immergrüne Zypressengewächs noch dazu: Bis zu 1000 Jahre alte Exemplare sind bei uns in Europa beheimatet. Eine solch lange Lebensdauer schlägt nur die Eibe.

Grosse Beachtung als Heilpflanze

Schon bei unseren Vorfahren genoss der Wacholder grosses Ansehen. Im keltisch-germanischen Volksglauben war er Lebens- und Totenbaum zugleich. Bei Zeremonien wurde er als «Räucherstrauch» genutzt. Auch Spitäler wurden damals mit seinem Rauch gereinigt und man versuchte sich so gegen die Pest zu schützen. Um einer Ansteckung zu entgehen, verzehrte man zudem Wacholderbeeren. Schon seit dem Altertum wird Wacholder ausserdem bei Leber- und Gallenleiden eingesetzt.

Heilkraft heute noch geschätzt

Heute weiss man, was den Wacholder so wertvoll macht: In allen seinen Teilen stecken ätherische Öle. In den jungen Triebspitzen finden sich zudem reichlich Gerbstoffe, Flavonoide, Enzyme, Vitamine und Mineralien. So wirkt der Wacholder stark keimtötend und abwehrsteigernd. Zudem heizt Wacholder dem Stoffwechsel ein und reguliert Ver- dauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Durchfall oder Blähungen.

Das Kauen von Wacholderbeeren macht widerstandsfähiger gegen Erkältungen und Grippe. Auf die Nieren haben die blau- schwarzen Beeren eine wassertreibende Wirkung, weshalb Wacholder gerne bei Blasenentzündung, gegen Rheuma und Gicht eingesetzt wird. Auch Leber und Milz aktiviert die Heilpflanze, zudem hat sie eine regenerierende und schützende Wirkung auf die Leberzellen.

Den Stoffwechsel natürlich anheizen

Gerade wegen seiner anregenden Wirkung auf Niere und Leber ist der Wacholder zur Entgiftung ein wertvoller Begleiter. Er hilft dem Körper, angesammelte schädliche Stoffe auszuscheiden und stärkt gleichzeitig den gesamten Organismus. Zudem bremst Wacholder den Heisshunger auf Süsses. Auf seelischer Ebene schafft er Klarheit und hilft, wieder Boden unter den Füssen zu gewinnen. Überaus wirkungsvoll ist Wacholder als Gemmo-Mazerat. Wenn die Pflanze im Frühjahr ihre geballte Kraft in den jungen Trieben sammelt, kann daraus diese wertvolle Arznei hergestellt werden. Wachholder Gemmo wirkt auf unsere beiden wichtigsten Ausscheidungsorgane Leber und Nieren. Es kurbelt den Stoffwechsel besonders stark an und entschlackt den Körper. Auf die Leber hat es eine schützende Wirkung und hilft die Leberzellen zu regenerieren. Durch die Aktivierung der Leberfunktionen wird die Verdauungpositiv beeinflusst, Blähungen, Völlegefühl und Magenbrennen werden gelindert. Über die Niere wird der Wasserhaushalt reguliert. Das Gemmo-Mazerat wirkt wassertreibend, entzündungshemmend und regt die Ausscheidung von Harnsäure an, dadurch kann es bei Blasenentzündungen, Ödemen und Gicht angewendet werden.

Schon Pfarrer Kneipp schätzte den Wacholder zur Entschlackung. Seine Wacholderkur geht ganz einfach: Zum Start eine getrocknete Beere gut zerkaut einnehmen. Jeden Tag um eine steigern, bis zu 15 Beere pro Tag. Dann täglich eine weniger, bis Sie die Kur mit einer Wacholderbeere wieder beenden. Am besten zweimal jährlich durchführen.

Menschen mit Nierenproblemen, Schwangere und Stillende sollten von jeglichen Wacholderanwendungen absehen.

Antje Nobis

Antje Nobis

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