Zistrose: Der natürliche Schutzschirm in der kalten Jahreszeit

Zistrose: Der natürliche Schutzschirm in der kalten Jahreszeit

Wenn im Büro und in den öffentlichen Verkehrsmittel wieder gehustet und geschnäuzt wird, suchen viele nach einem pflanzlichen Mittel, um sich vor Bakterien und Viren zu schützen. Ideal dafür ist die Zistrose. Zistrose ist ein bewährtes Mittel zur Vorbeugung von Grippe und Erkältung – kein Wunder war sie schon zu vorchristlichen Zeiten bis nach Afrika als Heilpflanze bekannt.

Die Zistrose ist ein kleiner Busch, der in der mediterranen Region heimisch ist. Ihre Blüten variieren zwischen weiss, zartrosa und violett und sind ein wahrer Farbtupfer in den meist kargen mediterranen Standorten der Zistrose. An heissen Sommertagen klappt die Zistrose ihre Blätter ein und wartet auf den nächsten Regen. In dieser unscheinbaren Form kann sie monatelang verharren. Nach dem ersten Herbstregen öffnet sie ihre Blätter und bildet über den Winter dicke Blütenknospen. Im Frühling strahlt sie dann mit hauchzarten Blütenblätter.
Die Blätter der Zistrose sind leicht klebrig, ein Hinweis auf das Harz der Pflanze. In der Antike wurde das Harz zur Beschleunigung der Wundheilung und bei Hautkrankheiten verwendet.

Kein Mitglied der Rosen-Familie

Die Blüten der Zistrose ähneln der Heckenrose und auch ihr Name mag dazu verleiten, sie zu den Rosen zu zählen. Doch die Cistus, so ihr lateinischer Name, wird in der Botanik der Familie der Zistrosengewächse (Cistacea) zugeordnet, von denen es rund 20 verschiedene Arten gibt. In dieser grossen Familie werden der graubehaarten Zistrose (Cistus incanus) die meisten Kräfte nachgesagt, da sie mehr antioxidative wirkende Inhaltsstoffe aufweist als andere Zistrosen-Arten.

Bis nach Afrika bekannt

Bereits im vierten vorchristlichen Jahrhundert wurde die Zistrose genutzt, um Hautkrankheiten und einer Vielzahl von anderen Beschwerden entgegenzuwirken. Über antike Handelswege gelangte Zistrosen-Harz auf den afrikanischen Kontinent, wo es zum Beispiel in Ägypten bei Bakterien und Pilzbefall angewandt wurde.

Reich an Polyphenolen

Heute wird die Zistrose in der Pflanzenheilkunde gerne genutzt, da sie gemäss einer Studie zu den polyphenolreichsten Heilpflanzen Europas gehört. Polyphenole sind aromatische Verbindungen, die beispielsweise auch in Baumnüssen, Granatapfelsaft und Trauben enthalten sind. Sie beeinflussen in Pflanzen die Farbe und den Geschmack und schützen so indirekt vor Fressfeinden oder unterstützen die Bestäubung. In der Pflanzenheilkunde spielen Polyphenole eine wichtige Rolle, da sie antioxidative, entzündungshemmende und -vorbeugende Eigenschaften besitzen.

Schutz vor Grippeviren

Polyphenole sorgen bei der Zistrose dafür, dass der Virus nicht an die Wirtszelle andocken kann, indem sie sich wie ein Film um den Virus legen. Dadurch sind erprobte Anwendungsgebiete der Zistrose die Vorbeugung von Grippe und Erkältung. Zistrosen-Tee hat in Griechenland eine lange Tradition. Bei Erkältung wird er als Hustentee eingesetzt. In vielen Gegenden ist er aber ganz einfach der Haustee für den täglichen Bedarf. Je nach Geschmack kann dem Tee ein wenig Honig oder Zitrone hinzugefügt werden.
Zur Vorbeugung und begleitenden Behandlung von viralen und bakteriellen Infekten der oberen Atemwege gibt es praktische Lutschtabletten für unterwegs.

Anwendung bei Hautproblemen

Als äusserlich angewandter Sud kann die Pflanze helfen die Wundheilung zu fördern und den Juckreiz zu lindern. Als Tee bringt Zistrose antibakterielle Eigenschaften mit sich.

Zistrosen-Anwendung bei Zahnproblemen und als Naturkosmetik-Produkt

Tägliche Mundspülungen mit Zistrosen-Tee können Zahnbelag, Zahnfleischentzündungen und Karies entgegen wirken und Aphten mildern. Als kosmetischer Einsatz gilt sie als «Anti-Aging-Blume», da sich ihre Wirkstoffe wie ein Schutzfilm um die Haut legen, was vorbeugend gegen Falten wirken soll.

Antje Nobis

Antje Nobis